Verehrt in Asien, beliebt in Europa  
 Die Chrysantheme kann sich auf eine lange Geschichte und anhaltenden Erfolg berufen.  
  Von schneeweiß und leuchtend hellgrün bis hin zu goldfarben 
  Chrysanthemen sind nicht nur für ihre vielen Varietäten bekannt, sondern auch für die schier endlosen Farbnuancen, in denen sie gezüchtet werden. Jede Chrysantheme besitzt ihren ganz individuellen Charme: eine Kugel, Halme, das Aussehen eines veredelten Gänseblümchens oder farbige Knötchen. Zusätzlich zu den klassischen mehrblumigen Chrysanthemen gibt es auch Deko-Chrysanthemen und kleinblütige Arten. 
 Verehrung in China  
 Bereits im 15. Jahrhundert v. Chr. wurden Chrysanthemen in China als blühendes Kraut gezüchtet und als eine derart erhabene Pflanze betrachtet, dass es nur Adligen erlaubt war, sie in ihren Gärten zu pflanzen. Deshalb findet man Chrysanthemen auf schönstem chinesischem Porzellan, zart und filigran in asiatischem Stil gemalt. Darüber hinaus ist die Blume eine der vier Junzi (die anderen sind Prunus, Orchidee und Bambus), die Lieblingspflanzen des einflussreichen Dichters Tao Qian, und das Symbol für Nobelkeit. Sogar eine ganze Stadt wurde nach ihr benannt: Chu-Hsien bedeutet Chrysanthemenstadt.  
  Majestätisches Symbol 
  Im 8. Jahrhundert wurde die Blume in Japan eingeführt, wo der Kaiser sie zum Nationalsymbol machte. Und das ist auch heute noch so – das japanische Kaiserhaus ist auch unter dem Namen ‘Chrysanthementhron’ bekannt, weil die Throne früherer Kaiser über und über mit Chrysanthemen bedeckt waren. Die Japaner bilden sie als eine einzelne Blume mit sechzehn Blütenblättern ab, ein Symbol für göttliche Autorität. In diesem Land werden Chrysanthemen als Zeichen für ‘ein langes Leben und Glück’ betrachtet. Zudem spielt die Chrysantheme, das Symbol der Sonne, eine prominente Rolle im kaiserlichen Wappen. Der höchste japanische Staatsorden, den der Kaiser verliehen kann, ist der Chrysanthemum-Orden – die Chrysantheme ist die einzige Blume, der diese Ehre zuteil wird. 
 Auch bekannt als Feuerwerk  
 Im 17. Jahrhundert hielt die Blume ihren Einzug in den Westen: der Niederländer Jacob Layn kam 1688 in den Niederlanden zum ersten Mal damit an. Die Blume wurde von Carlos Linnaeus benannt mit den altgriechischen Bezeichnungen ‘chrysos’, das ‘goldfarben’ bedeutet und auf die Originalfarbe der Chrysantheme hinweist, und ‘anthemon’ für ‘Blüte’. Der Begriff Chrysanthemum bezieht sich ebenfalls auf eine bestimmte Art von Feuerwerk, das einen Funkenregen bildet, der den Blütenblättern der Chrysantheme ähnelt.  
  Essbare Chrysanthemen 
  In Fernost wird aus den Blüten der Chrysantheme ein süßer Tee gekocht, der in China unter dem Namen Jú Hu Chá bekannt ist. Diesem Tee wird eine kühlende Wirkung nachgesagt, getrunken wird er an warmen Tagen und bei Fieber. Außerdem gilt er als ein schnell wirkendes Erholungsmittel nach einer Grippe. Die grünen Blätter von beispielsweise der Chrysanthemum Coronarium (Garand- Chrysantheme) werden dort häufig mit Knoblauch und rotem Pfeffer im Wok zubereitet. Niederländische Chrysanthemen sind ausschließlich zur Dekoration und nicht zur inneren Anwendung vorgesehen.